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Social Media und der gute Ruf einer Arztpraxis

Noch vor wenigen Jahren stellte die Kommunikation durch E-Mails für viele Unternehmen eine neuartige Herausforderung dar. Der Wunsch der Mitarbeiter, auch während der Arbeit, Zugriff auf das Internet zu haben, und initiierte neue Denkanstösse in Unternehmen. Mittlerweile gehört die Kommunikation über E-Mail sowie die Recherche im Internet zu beruflichen Themen zum Standard der meisten Branchen. Sogar die Nutzung dieser Medien für private Zwecke, ist heutzutage – oft ohne Kenntnis der juristischen Hintergründe – in Firmen, mehr oder weniger geregelt, den Mitarbeitern möglich. Die beständige Weiterentwicklung hin zu sichereren Systemen ermöglicht, z.B durch Verschlüsselung, längst die Nutzung von abgesichertem E-Mail Verkehr. Und auch eine weitere Entwicklung lässt sich weder aufhalten noch rückgängig machen. Viele Menschen kommunizieren täglich untereinander über das Internet. Gerade junge Menschen verbringen viel Zeit damit, über Facebook und Co ständig in Kontakt zustehen. Gleichzeitig suchen sie über Suchmaschinen nach Arztpraxen, bewerten Ärzte auf Portalen und fühlen sich besonders verbunden mit derjenigen Hausarztpraxis mit der sie auf Facebook befreundet sind. Viele Unternehmen nutzen bereits die mannigfaltig Facebook Kontakte ihrer Mitarbeiter um deren „Freunde“ auf die eigenen Leistungen und Services aufmerksam zu machen. Wäre das nicht ein einfacher Weg um auch als Arzt seine Leistungen nach außen darstellen zu könnenEs stellt sich auch für Arztpraxen die Frage, ob es sinnvoll ist, sich dieser Entwicklung eher zu verschließen oder sie proaktiv zu nutzen. In der Parallelwelt Internet ist längst eine digitale Identität Ihrer Arztpraxis entstanden und das geht weit über die Inhalte ihrer Homepage hinaus. Persönliche Empfehlungen und soziale Vernetzungen bestimmen den Erfolg der Akteure – mit ihrem Zutun oder auch ohne. Ihre Entscheidung aktiv die Ausrichtung ihres Internetprofils zu beeinflussen, birgt die Chance es, ihren Vorstellungen, entsprechend zu gestalten. Sie können Informationen weiter geben, die Sie ihren Patienten schon immer mitteilen wollten (wie zum Beispiel Ihre IGeL Leistungen, Gesundheitsinformationen oder medizinische Themen). Sie erreichen eine bessere Platzierung in Suchmaschinen sowie eine jüngere und passendere Patientengruppe. Nicht zu unterschätzen ist, dass sich Dialogmöglichkeiten ergeben, die eine Identifikation Ihrer Patienten mit Ihrer Praxis aufbaut. Doch da wo Licht ist, ist auch Schatten. Aus der Nutzung von E-Mail, Internet und Social Media resultieren nicht zu vernachlässigende Datenschutz und Datensicherheits Probleme.

Was muss ich bei der Kommunikation über E-Mail mit dem Patienten beachten?

E-Mails sind wie Postkarten. Schicken sie Ihrem Patienten eine Postkarte, wenn sie einen neuen Befund haben? Genauso wenig werden Sie auch zukünftig per schlichter Email sensible Information verbreiten. Aber die E-Mail hat sich mittlerweile als formloses Kommunikationsmittel breitflächig durchgesetzt. Was liegt also näher als beim Hausarzt mal kurz nachzufragen, was in der Sprechstunde nicht richtig verstanden wurde oder mal eben sich die Untersuchungsergebnisse schicken zu lassen. Längst existieren dafür auch die hinreichenden technischen Möglichkeiten, die Ihnen ein verschlüsseltes technisch sicheres Kommunizieren mit dem Patienten ermöglichen. E-Mails können von jedem System aus Ende-zu-Ende verschlüsselt werden, Dokumente mit digitalen Signaturen abgesichert werden und eine abgesicherte Übertragung von Schriftverkehr über dedizierte Praxissoftware ist sogar schon in vielen Standartlösungen bereits enthalten (zum Beispiel Arztbriefe).

Mindestanforderungen für den Datenschutz bei Nutzung von Facebook

Ihre persönliche Facebook Seite sollte auf jeden Fall privat bleiben. Aus diesem Grund benötigt ihre Praxis – wie auch alle anderen Unternehmen – eine separate Fanpage. Erlauben sie Facebook niemals den Zugriff auf ihr Adressbuch. Einmal falsch geklickt an dieser Stelle kann das als Verstoß gegen die Schweigepflicht nach § 203 StGB gewertet werden.

Das Netz vergisst nichts – auch nicht das was sie eig. gelöscht sehen wollen. Deshalb müssen sie vom ersten Freischalten an die Einstellungen der Privatsphäre unter Kontrolle haben und regelmäßig überprüfen. Erschwerend kommt hinzu das Facebook seine Struktur, seine Standarteinstellungen und selbst seine Geschäftsbedingungen ständig modifiziert ohne es in allen seinen Einzelheiten klar werden zu lassen.

Zumindest haben sie die Möglichkeit ihre Pages frei von werblichen Pinnwand Einträgen zu halten und die Verbreiter zu sperren. Daneben haben sie ja doch auch ihren Patienten gegenüber die Verantwortung immer wieder auf die Datenschutz Problematik hinzuweisen. Weisen darauf hin dass sämtliche Daten auf ihrer Seite der Firma Facebook gehören und dass persönliche, wenn nicht gar medizinische, Inhalte auf einer solchen Seite nicht zu suchen haben. Entsprechende Einträge müssen schnellst möglich gelöscht werden gleichzeitig sollten Sie auf Nachrichten mit persönlichen Inhalt mit einem Datenschutzhinweis und dem Angebot auf ein persönliches Gespräch antworten.

Der ominöse „Like-Button“

Seiten mit dieser Funktion übertragen Nutzerdaten direkt nach Amerika an die Firma Facebook. Ohne das die Nutzer den Button angeklickt haben. Eine zumindest weit gehend juristische Absicherung bietet die sog. „2-Klick“ – Lösung. Entsprechende Informationen zur Umsetzung stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 Spam und Schadsoftware in sozialen Netzen

Wie bei Email oder dem Zugang zum Internet gilt auch für soziale Netze die Verpflichtung zur Einrichtung einer Firewall und einer permanent aktuellen Virenschutz Lösung auf ihren IT Systemen.

Genauso wie für Homepages gilt auch für Facebook Fanpages die Impressumspflicht, Urheber- und Mitarbeiterrechte müssen beachtet werden.

 Ihr guter Ruf

Selbst bei seriösen und sachlichen Auftritt ihrer Seiten können missgünstige oder empörte „Freunde“ ihren positiven Eindruck im Internet zerstören. Informieren sie sich deshalb regelmäßig darüber was im Internet über sie/Sie zu erfahren ist:

– überprüfen Sie sich und ihre Praxis bei mehreren Suchmaschinen

– scannen sie auch Bild und Videoplattformen

– richten sie einen Google-Alert/Social-Mention-Alert ein, kontrollieren Sie Google Places

– suchen Sie Ihren Namen in Personensuchmaschinen

 Wie gehe ich mit schlechten Bewertungen im Internet um?

Die bestmögliche Vorkehrung zur Wahrung ihrer positiven digitalen Reputation erreichen sie durch das Erzeugen von positiven Einträgen auf ihrer eigenen Homepage und in Fach- und Social Mediabeiträgen (indiskutabel sind dabei wohl sog. Fakeeinträge die im Übrigen mittlerweile leicht enttarnt werden). Antworten sie stets positiv auf Kritik über ihre eigene Webseite sowie in Bewertungsportalen. Halten sie Informationen über ihr Unternehmen in Branchenbüchern, Bewertungsportalen, Adressdateien und auf ihren eigenen Pages aktuell.

Fazit

Die Einhaltung ihrer Schweigepflicht und der Schutz der persönlichen Daten ihrer Patienten sind auch bei Nutzung der neuen Medien Email, Internet und sozialen Netzwerken gesichert umsetzbar. Die Voraussetzung für eine sichere Gewährleistung von Datenschutz und Datensicherheit bei der Verwendung der neuen Medien in der Arztpraxis, ist ein bewusster und juristisch untermauerter Umgang mit dem technologischen Medium Internet.

Wir beraten Sie bei der informationstechnischen Umsetzung, informieren Sie über juristische Anforderungen und bieten Hilfestellung auf ihrem Weg in die digitale Zukunft.

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Gefangen im Internet

„Wer dem Internet zu sehr vertraut, ist schnell darin gefangen“.

(Zitat von Thomas Floss vom BvD, Bundesverband der Datenschutzbeauftragten e. V.)

Durch den BvD wurde Ende 2008 das Projekt Datenschutz geht zur Schule in Westfalen initiiert und mittlerweile im Rahmen einer ständigen Arbeitsgruppe bundesweit fortgeführt.

Erfahrene, professionelle Datenschützer besuchen vorwiegend weiterführende Schulen und erläutern anhand konkreter Beispiele aus ihrem Arbeitsalltag den sicheren Umgang mit dem Internet und den für Viele die neuen Medien Email, Social Networking, Online Communities und Messaging und warnen vor den Gefahren eines zu leichfertigen Umgangs damit.

So wird zum Beispiel plastisch anhand eines authentischen Vorfalls gezeigt, wie ein Hacker über den gehackten Messenger-Zugangs eines Mitschülers dessen Kontaktdaten ausspioniert hatte und an die Mädchen in diesen Adressdaten einen als Bildschirmschoner getarnten Trojaner schickte mit dem er dann Daten (Bilder) von den Rechnern der Mädchen herunterladen konnte und sogar über deren WebCam in ihre Zimmer sehen konnte.

Als die Polizei bei dem Täter eintraf, liefen simultan 150 Videos auf seinem Computer mit Blicken in fremde Kinderzimmer.

Die attackierten Kinder begingen, um diesen Zugang zu ermöglichen, eine Reihe von Fehlern, die auf fehlendes Wissen und Risikobewusstsein hindeuten. Durch eine strukturierte Aufklärung wären solche kriminellen Vorkommnisse deutlich reduzierbar gewesen.

Dieses Beispiel zeigt die Notwendigkeit eines bewussten Umgangs mit dem Internet und elektronischen Medien. Die Nutzungsmöglichkeiten und die Verbreitung stehen jedoch allesamt erst am Anfang ihrer Entwicklung. Die Crux dabei ist, dass das Netz schon heute nichts vergisst, absolut nichts; auch nichts vordergründig wieder Gelöschtes.

Anwender, Eltern, Kinder oder besser jede/r NutzerIn eines Computers, internet-fähigen Handys oder ähnlicher Geräte kommt nicht umhin, sich nicht nur mit neuen, faszinierenden Funktionen zu beschäftigen, sondern verstärkt auch mit dem eigenen Schutz vor deren immer neuen Gefahren.

Wie die technische Entwicklung – stolz präsentiert auf der diesjährigen IFA in Berlin – zeigt, werden die Anforderungen zudem nicht bei den Telekommunikationsmedien stehen bleiben, sondern in weitere Bereiche unseres Alltags vordringen. Beliebt waren TV-Geräte mit Internetanschluss. Aber auch Haushalts- bzw. Küchengeräte oder die Autoelektronik werden den gleichen, sorgsamen Umgang mit der Preisgabe der eigenen Daten und Medien erfordern.